Geschafft! Ich habe mein erstes Webinar erfolgreich hinter mich gebracht. Ich freue mich wirklich sehr. Falls du nicht teilnehmen konntest oder es verpasst haben solltest, habe ich nun diesen Blogbeitrag für dich zum Thema Riester. Warum ausgerechnet dieses Thema in meinem ersten Webinar? In meinen Augen hat Riester in den Medien und in der Öffentlichkeit einen deutlich zu schlechten Ruf. Bei vielen hat dies mit Unwissenheit zu tun. Die wenigsten wissen genau, wie Riester funktioniert. Noch weniger wissen, wie hoch ihre eigene Förderung bei Riester ist. Du sollst mit Hilfe dieses Artikels dein Wissen erweitern. Vielleicht schaffe ich es ja auch, deine Vorbehalte – insofern vorhanden – ein wenig abzubauen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

Was ist Riester?

Riester wurde 2002 eingeführt und ist benannt nach Walter Riester, dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Nachdem es im Jahre 2000/2001 eine Reform der Rentenversicherung gab, die zu einer Absenkung des Rentenniveaus führte, wollte die Bundesregierung einen Anreiz für die Bevölkerung schaffen, diese Lücke privat auszugleichen. In diesem Zusammenhang wurde die so genannte Riesterrente geschaffen: Eine vom Staat mittels Zulagen und Steuervorteilen geförderte Altersvorsorge. Gesetzlich geregelt ist dies alles im §10a Einkommenssteuergesetz.


Genau genommen handelt es sich bei Riester NICHT um eine zusätzliche private Absicherung. Riester soll die Lücke schließen, die sich aufgrund der Absenkung des Rentenniveaus aufgetan hat.

Wie funktioniert Riester?

wie funktioniert riester

Man muss sich das ganze wie einen Spartopf vorstellen. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen in diesen Spartopf jährlich mindestens 4% vom Jahresbruttogehalt des Vorjahres eingezahlt werden. Maximal sind 2.100 Euro pro Person im Jahr förderfähig. Der monatlich zu zahlende Beitrag ergibt sich aus dem Gesamtbeitrag – also 4% vom Brutto, max. 2.100 Euro – abzüglich Zulagen geteilt durch 12 Monate. Alle Beiträge, die in diesen Spartopf fließen, also deine eigenen Beiträge und die Zulagen, sind zum Ablauf zu 100% garantiert.

Zulagen

Die Grundzulage beträgt dabei 154 Euro. Für Kinder, die ab 2008 geboren sind, gibt es eine Kinderzulage in Höhe von 300 Euro, für ältere Kinder beträgt die Kinderzulage 185 Euro im Jahr. Berufseinsteiger bis zu einem Alter von 25 Jahre erhalten einmalig einen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro. Dank Dauerzulagenantrag werden die Zulagen automatisch beantragt und fließen direkt in den Vertrag ein. Es wird lediglich jährlich abgefragt, ob sich an den Daten etwas geändert hat. Falls dies nicht der Fall ist, musst du nichts weiter tun.

Steuerersparnis

Eine eventuelle zusätzliche Steuerersparnis erhältst du über die Steuererklärung. Wer riestert, sollte bitte unbedingt die Steuererklärung machen. Diese Steuerersparnis kommt direkt auf dein Konto. Inzwischen werden die Daten von der Versicherung automatisch ans Finanzamt übermittelt. Somit weiß das Finanzamt, wie viele Beiträge in den Vertrag geflossen sind und entscheidet mittels Günstigerprüfung, ob es noch eine zusätzliche Steuerersparnis gibt. Diese erhältst du aber nur nach Abgabe deiner Steuererklärung.

Anlageform

Der Spartopf kann entweder eine Rentenversicherung, ein Fondssparplan, ein Banksparplan oder ein Bausparvertrag sein. Hinten raus soll eine lebenslange Rente kommen, die du frühestens ab 62 beziehen kannst (bei Verträgen mit Abschluss vor 2012 schon ab 60 Jahren). Bei Renteneintritt besteht die Möglichkeit, bis zu 30% vom vorhandenen Guthaben einmalig als Kapital auszahlen zu lassen. Sollte zu dem Zeitpunkt deine Finanzierung auslaufen, kannst du sogar bis zu 100% vom vorhandenen Guthaben zur Tilgung des Kredites verwenden.

Besteuerung im Alter

Bei Riester spricht man von einer nachgelagerten Besteuerung. Während der Ansparphase sind deine Beiträge steuerlich gefördert, in der Rentenphase musst du die monatliche Rente versteuern. Da die meisten Menschen im Rentenalter deutlich weniger Einnahmen als in der Erwerbsphase haben, ist auch der Steuersatz geringer. Gleichzeitig wird der Steuerfreibetrag jährlich angehoben, sodass viele gar nicht erst in den Genuss kommen werden, Steuern zahlen zu dürfen. Solltest du im Alter neben deiner gesetzlichen Rente noch weitere Einnahmen z.B. aus Vermietung und Verpachtung, solltest du prüfen, ob sie Riester bei dir immer noch lohnt. Das Ziel sollte sein, dass die Förderung höher ist als die zu zahlenden Steuern im Alter.

Vererbbarkeit

Bezüglich der Vererbbarkeit zeigt sich Riester äußert flexibel. Du kannst es sogar an deinen Nachbarn vererben, falls du das möchtest. Während der Ansparphase kannst du gesamte Vertragsguthaben inklusive Zulagen an deinen Ehepartner vererben. Sollen Kinder, Eltern, Freunde und sonstige Personen bezugsberechtigt sein in deinem Todesfall, werden vor der Auszahlung die Zulagen und etwaige Steuervorteile abgezogen. Man spricht hier von einer förderschädlichen Verwendung.

In der Rentenphase hängt die Vererbbarkeit von der garantierten Rentenzeit ab. Ich empfehle immer die maximal mögliche Rentengarantiezeit. Reduzieren – und somit eine höhere Rente erhalten – kann man sie bei Bedarf jederzeit. Verlängern ist meist nicht mehr möglich. Verstirbst du während der Rentengarantiezeit, dann wird das Kapital, das noch bis zum Ablauf der Rentengarantiezeit zur Verrentung zur Verfügung gestanden hätte, vererbt. Nach Ablauf der Rentengarantiezeit steht kein Kapital mehr zur Vererbung bereit.

Kündigung

Riester ist auch in Bezug auf eine Veränderung des Beitrages sehr flexibel. Du kannst ihn nach Belieben hoch- und runtersetzen oder sogar den ganzen Vertrag beitragsfrei stellen. Der Vertrag samt Guthaben bleibt dann bestehen und kommt im Alter zur Auszahlung.

Wenn es hart auf hart kommt, kannst du deinen Vertrag sogar kündigen und dir das Guthaben vorzeitig auszahlen lassen. Allerding wieder förderschädlich, sprich es werden vor der Auszahlung die erhaltenen Zulagen und etwaige Steuervorteile vom Vertragsguthaben abgezogen.

Auch wenn du viele Möglichkeiten hast, was die Beitragsgestaltung angeht, solltest du dir vor Abschluss genau überlegen, was du willst. Schließlich zahlst du dafür eine Abschlussgebühr und die berechnet sich unter anderem anhand des Beitrages.

Wer kann riestern?

Unmittelbar oder mittelbar förderberechtigt?

Man unterscheidet bei Riester zwischen unmittelbar und mittelbar förderberechtigtem Personenkreis. Jeder, der rentenversicherungspflichtig ist, ist unmittelbar förderberechtigt. Also rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, rentenversicherungspflichtige Selbständige, Kindererziehende in der Kindererziehungszeit, Empfänger von Arbeitslosen- und Krankengeld, Zivildienstleistende, voll Erwerbsgeminderte, geringfügig Beschäftigte, die sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreit haben (Aufstocker). Beamte zählen auch zum unmittelbar förderberechtigtem Personenkreis.

Nicht förderberechtigt sind Selbständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, Mitglieder eines berufsständisches Versorgungswerkes (z.B. Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, usw.), Studenten, teilweise Erwerbsgeminderte, Altersrentner und geringfügige Beschäftigte, die einer Zahlung an die Rentenversicherung widersprochen haben.

Nicht Förderberechtigte haben die Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten, wenn sie mit jemand verheiratet sind, der unmittelbar förderberechtigt ist. Sie sind dann mittelbar förderberechtigt. Voraussetzung dafür ist, dass beide einen eigenen Vertrag haben. Beim mittelbar Förderberechtigten reicht für die Förderung der so genannte Sockelbeitrag in Höhe von 60 Euro im Jahr. Dafür erhält er 154 Euro Grundzulage und ggf. Kinderzulage/n. Der unmittelbar förderberechtigte Ehepartner muss dafür 4% von seinem Jahresbrutto abzüglich aller Zulagen sparen.

Selbständige in der Kindererziehungszeit

Somit sind auch Selbständige, die nicht sonst rentenversicherungspflichtig sind, in der Kindererziehungszeit unmittelbar förderberechtigt. Sie können einen eigenen Vertrag abschließen und erhalten dafür Zulagen. Es reicht der Sockelbeitrag von 60 Euro jährlich, um 154 Euro Grundzulage und Kinderzulage/n zu erhalten. Tolle Rendite bei 100% Sicherheit!

 

Warum sollest du riestern?

Single oder Familie? Angestellt oder selbständig?

Jede Situation ist anders und daher sehen natürlich auch bei jedem die Förderung und der monatliche Beitrag anders aus. In meinem Webinar zeige ich dir am Ende vier verschiedene Beispiele, wie Riester aussehen kann. Möchtest du gern die Aufzeichnung meines Webinares sehen? Dann melde dich jetzt zu meinem Newsletter an und du erhältst den Link zu der Aufzeichnung.


Du möchtest gern wissen, wie hoch deine Förderung ist? Dann habe ich hier ein Formular für dich vorbereitet. Nach dem Ausfüllen erhältst du von mir eine E-Mail mit deiner persönlichen Förderung. Achtung: Du erhältst kein Angebot für einen konkreten Vertrag!

In meinen Augen muss die Frage eher lauten:

Warum solltest du nicht riestern?

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